Patienten statt Puppen
Früher hieß das Berufsbild schlicht Krankenschwester. Doch die Tätigkeitsmerkmale haben sich verändert. Zwei junge Frauen und drei junge Männer haben im Oktober mit ihrer dreijährigen Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege am Maria-Hilf-Krankenhaus begonnen.
Den ersten Tag im MHK verbrachten die fünf neuen Azubis mit Monika Lehnen (r.) und Marc Dreßel (2.v.l.). (Foto: Fratz)
BERGHEIM - Früher hieß das Berufsbild schlicht Krankenschwester. Aber nicht nur der Name, auch die Tätigkeitsmerkmale haben sich verändert. Zwei junge Frauen und drei junge Männer haben im Oktober mit ihrer dreijährigen Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege am Maria-Hilf-Krankenhaus (MHK) begonnen. Damit bildet das MHK nach erteilter Genehmigung durch die Bezirksregierung erstmals in diesem Beruf selbst aus.
In der Kölner Louise-von-Marillac-Schule, einer katholischen Bildungsstätte für Berufe im Gesundheitswesen, wird der theoretische Blockunterricht abgehalten, und über den Sozialpädagogen Marc Dreßel stehen die Auszubildenden auch während der praktischen Ausbildung im MHK mit der Schule in Kontakt.
Die Übernahme des MHK im vergangenen Jahr durch die Cellitinnen, die in anderen Häusern bereits zusammen mit der Schule ausbilden, hatte die Zusammenarbeit ermöglicht. Die ersten drei Monate sollen der Erarbeitung von Grundwissen dienen. Zum Jahresanfang beginnt die praktische Arbeit in Bergheim, werden die Puppen durch echte Patienten ersetzt. Jetzt verbrachten die Azubis einen Orientierungstag im MHK, um die Struktur des Hauses und die zuständigen Personen kennenzulernen, aber auch, um ihre Arbeitskleidung in Empfang zu nehmen.
Außer einem Auszubildenden aus Göttingen sind die übrigen im Quintett aus dem Kölner Raum, eine künftige Pflegerin stammt aus Bergheim. Vom nahen Ortsbezug und der Möglichkeit, in einem Krankenhaus zu lernen, in dem man künftig auch arbeiten möchte, verspricht sich Pflegedirektorin Monika Lehnen Vorteile für beide Seiten: „Die Berufsanfänger müssen sich nach der Ausbildung nicht neu orientieren, und wir wissen, wen wir bekommen.“ Durch die verzahnte Ausbildung bekomme das MHK Gelegenheit, „neues Wissen ins Haus zu holen“, sieht Lehnen einen weiteren Effekt in der Ausbildung, durch die sich das Krankenhaus auch für die Zukunft rüsten will.
Bewerbungen seien mit Hauptschlussabschluss möglich. Jedoch sei es unumgänglich, in Praktika oder einem Freiwilligen Sozialen Jahr erste Erfahrungen gesammelt zu haben, raten Dreßel und Lehnen einvernehmlich.
Quelle: Kölnische Rundschau vom 12.11.2010
Autor und Fotograf Dietmar Fratz

Maria-Hilf-Krankenhaus Bergheim
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